Finanzierungsmodelle unter der Lupe: Firmenwagen clever finanzieren

Ob groß oder klein – jedes Unternehmen benötigt Firmenwagen, um mobil zu sein. Mittlerweile gibt es in Deutschland mehr als 5 Mio. Firmenfahrzeuge, Tendenz steigend. Hätten Sie gedacht, dass rund 65 % der Pkw-Neuzulassungen auf gewerbliche Halter entfallen? Die Beschaffung von Firmenfahrzeugen ist immer mit einer Investition verbunden. Zur Auswahl stehen: Gewerbeleasing, Kauf/Finanzierung oder Miete. Doch welche Variante ist die richtige, um Firmenwagen zu finanzieren? 

Kurz und knapp: Hier gibt es kein richtig und kein falsch. Die Art der Finanzierung muss zu der aktuellen Situation des Unternehmens passen. Da die Entscheidung der Finanzierung des Dienstwagens große Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Liquidität haben, empfehlen wir die Vor- und Nachteile zu betrachten und individuell abzuwägen. Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, haben wir hier die wichtigsten Fakten für Sie zusammengetragen.

Was ist der Unterschied zwischen Gewerbeleasing, Finanzierung und Miete?

Beim Fahrzeugleasing leihen Sie sich Ihren Firmenwagen für eine vertraglich festgelegte Zeit zu einer gleichbleibenden monatlichen Rate. Nach Ablauf des vereinbarten Zeitraums geben Sie das Fahrzeug wieder zurück. Wenn Sie einen Firmenwagen finanzieren oder kaufen, geht der Wagen in Ihren Firmenbesitz über und kann nicht wieder zurückgegeben werden. Wenn Sie nach einer kurzfristigen Fahrzeuglösung suchen, kann die Miete eines Firmenwagens als Alternative interessant sein. 

Leasing von Firmenfahrzeugen: Vorteile, Nachteile und was Sie beachten sollten

Gewerbeleasing ist eine tolle Möglichkeit für 2–4 Jahre einen neuen Firmenwagen zu fahren und trotzdem liquide zu bleiben. Die monatlichen Leasingraten werden als Betriebsausgaben von der Steuer abgesetzt. Am Ende der Laufzeit geht das Leasing-Fahrzeug, je nach Vertag, an den Leasinggeber zurück oder auf Wunsch in den Firmenbesitz über. Mit unserer Checkliste gelingt die reibungslose Leasingrückgabe

Das Gewerbeleasing bietet eine sehr gute Planungssicherheit. Das hat natürlich seinen Preis und als Leasingnehmer sind Sie an die vertraglichen Vereinbarungen gebunden. So ist es nicht möglich, das Leasing vor dem vereinbarten Endtermin zu stoppen. Grundsätzlich unterscheiden man zwischen zwei Leasingarten: dem Restwertleasing und dem Kilometerleasing. 

Was ist der Unterschied zwischen Kilometerleasing und Restwertleasing?

  • Beim Kilometerleasing wird eine Obergrenze an gefahrenen Kilometern vereinbart. Mehrkilometer werden dem Kunden gemäß Vertrag in Rechnung gestellt, Minderkilometer werden vergütet. Beim Kilometerleasing trägt die Leasinggesellschaft das Restwertrisiko.
  • Beim Restwertleasing wird für das Ende der Leasingdauer ein Restwert festgelegt. Falls der Wert am Ende der Laufzeit niedriger ist als der geschätzte, muss der Leasingnehmer dazuzahlen. Leider ist das eher die Regel und darum raten wir hiervon eher ab. Das Kilometerleasing ist hier deutlich besser kalkulierbar.

Einen Haken gibt es in beiden Varianten: Bei Totalschaden können Sie als Leasingnehmer zwar außerordentlich kündigen, Vorfälligkeitsentschädigung für entgangene Zinsen und Gewinne sind aber trotzdem von Ihnen zu bezahlen.

Vorteile Gewerbeleasing

  • Monatsraten sind sofort steuerlich absetzbar
  • Laufzeit wählbar zwischen 2–4 Jahren
  • Fixe monatliche Rate
  • Eigenkapitalquote wird nicht negativ beeinflusst
  • Fahrzeug kann einfach zurückgegeben werden

Nachteile Gewerbeleasing

  • Restrisiko bei Überschreitung km oder geringerem Restwert
  • Vollkasko-Versicherung ist Pflicht
  • Risiko Vorfälligkeitsentschädigung bei Totalschaden
  • Kein vorzeitiger Ausstieg aus Vertrag möglich
Gewerbeleasing deckt den Fahrzeugbedarf, aber mindert nicht die Liquidität
Gewerbeleasing deckt den Fahrzeugbedarf, aber mindert nicht die Liquidität

Firmenwagen finanzieren: Vorteile, Nachteile und was Sie beachten sollten

Wenn Sie einen Firmenwagen finanzieren und kaufen, dann ist dies langfristig zu betrachten. Steuerlich läuft es hier anders als beim Gewerbeleasing. Das Unternehmen kann den vollen Vorsteuerbetrag geltend machen und den Kaufpreis über die amtliche Nutzungsdauer von sechs Jahren absetzen. Zinsaufwendungen können ebenfalls als Betriebsausgabe steuerlich geltend gemacht werden. Sind bei einer Finanzierung alle Raten bezahlt, geht das Firmenfahrzeug in den Unternehmensbesitz über. Längere Vertragslaufzeiten wirken sich bei der Finanzierung kaum negativ aus und können die monatliche Rate verringern. Ein weiterer Vorteil: Das Auto kann ganz individuell Ihren Ausstattungswünschen angepasst werden.

Das Unternehmen trägt beim Kauf eines Geschäftswagens das Risiko Verlust zu machen. Mögliche Gewinne aus einem späteren Verkauf müssen versteuert werden. Belastet wird bei Sofortzahlung die Liquidität oder bei Kreditfinanzierung die Eigenkapitalquote. Achtung: Kreditgeber könnten Ihnen dann wegen einer zu geringen Eigenkapitalquote den Kredit für andere wichtige Investitionen verwehren.

Vorteile Finanzierung

  • Zinsaufwendungen sind Betriebskosten
  • Kaufpreis wird über 6 Jahre abgeschrieben
  • Längere Laufzeit mit niedrigeren Raten möglich
  • Fahrzeug kann individuell konfiguriert werden
  • Keine Beachtung von Laufleistung oder Restwert

Nachteile Finanzierung

  • Raten nicht direkt steuerlich absetzbar
  • Halter trägt das Risiko bei Schaden
  • Belastet Liquidität oder Eigenkapitalquote
  • Auto kann nicht an den Verkäufer zurückgegeben werden

Miete von Firmenwagen: Vorteile, Nachteile und was Sie beachten sollten

Wenn Ihr Bedarf an Firmenwagen schwankt (saisonale Spitzen, besondere Projekte), Sie mehr Flexibilität bei der Auswahl der Fahrzeuge möchten (Kleinwagen, Limousine, Transporter) oder nur für kurze Zeit einen Geschäftswagen benötigen, ist die Miete von Firmenwagen eine optimale Lösung. Die Fahrzeugmiete ist zwar die teuerste Option – bietet dafür aber den größten Freiraum, die beste Planbarkeit, Transparenz und kaum Verwaltungsaufwand.

Vermieter von Firmenwagen bieten unterschiedliche Möglichkeiten mit den verschiedensten Vertragsgestaltungen an. Hier eine Übersicht:

  • Kurzzeitmiete: Von einer Kurzzeitmiete spricht man von einem Mietzeitraum von bis zu 27 Tagen. Sinnvoll, wenn der Dienstwagen nur wenige Tage benötigt wird.
  • Langzeitmiete: Bei der Langzeitmiete wird ein Auto für 1 bis 12 Monate gemietet. Die Konditionen sind günstiger als bei der Kurzzeitmiete. Firmenkunden erhalten Rabatte.

Vorteile Miete

  • Fahrzeuge sofort verfügbar
  • Schnelle Beschaffung
  • Keine lange vertragliche Bindung
  • Firmenkundenrabatte
  • Kosten sofort steuerlich absetzbar
  • Finanzielle Flexibilität
  • Kein Reparatur- und Restwertrisiko

Nachteile Miete

  • Teurer als Leasing oder Finanzierung
  • Fahrzeug meist nicht individuell konfigurierbar
  • Erwerb des Fahrzeugs nicht möglich
  • Ungünstige Vertragsbedingungen

Unser Fazit: So finden Sie das passende Finanzierungsmodell für Ihren Firmenwagen

Eine pauschale Antwort für das perfekte Finanzierungsmodell gibt es leider nicht. Die optimale Variante hängt letztendlich von den individuellen Bedürfnissen, der Organisation Ihrer Firma, der Höhe Ihres Budgets sowie der langfristigen Strategie ab.

Kurz zusammengefasst

Bei größeren Unternehmen mit umfangreichen Fahrzeugbedarf ist das Leasing mit sofort absetzbaren Kosten eine attraktive Finanzierungsvariante.

Mittelständische Unternehmen bevorzugen meist eine langfristige Finanzierung ihrer Firmenfahrzeuge mit kleinen Raten.

Unternehmen, bei denen der Fahrzeugbedarf stark schwankt, können von einer Langzeitmiete mit Firmenrabatten profitieren.

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